Der Markt

Der Markt der MPU-Vorbereiter

ist für einen Außenstehenden sehr unübersichtlich. Deshalb möchte ich Ihnen an dieser Stelle einige orientierende Hinweise geben, die Ihnen helfen können, eine geeignete Maßnahme für sich zu finden.

Seriöse, individuell konzipierte Maßnahmen mit sehr hoher Erfolgswahrscheinlichkeit bei einem qualifizierten Verkehrspsychologen kosten selten mehr als 1.500.- Euro. Alles, was teurer ist, sollten Sie sehr genau prüfen.

Staatlich anerkannte Titel, die Ihnen bei der Suche nach einer qualifizierten Hilfe Orientierung geben können, sind die staatlichen Titel „Diplompsychologe“, „Psychotherapeut“ und „Verkehrspsychologische Berater“. Der Titel „Verkehrspsychologe – BDP“ wird vom Berufsverband Deutscher Psychologen verliehen.

Bücher sind ein kostengünstiger Einstieg in die Thematik der MPU, einen Kurs können sie aber nicht ersetzen, schon gar nicht eine Verkehrstherapie.

Zeitungsanzeigen sind so gut wie immer suspekt. Ich kenne keinen seriösen Anbieter, der diesen Weg der Werbung wählt. Denn Psychologen und Psychotherapeuten sind ihren Werbemglichkeiten ähnlich eingeschränkt wie Juristen oder Ärzte.

Der Auslandsführerschein ist nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zumindest theoretisch eine Möglichkeit. Aber auch hier sind schon die Kosten das Problem, denn Sie dürfen die Fahrt- und Übernachtungskosten nicht vergessen. Außerdem lernen Sie nichts. Der Auslandsführerschein ist etwas für solche Personen, die sich überhaupt nicht mit ihrer Verkehrsauffälligkeit auseinander setzten wollen.

    Und die ADACmotorwelt 8/2004 S.30 schreibt dazu:
    “ ... In der EU dürfen Behörden einen neuen Führerschein nur aushändigen, wenn der Antragsteller mindestens 185 Tage mit Hauptwohnsitz im Land gemeldet war. Wird die Auflage nicht eingehalten ( ... ) und die ausländische Behörde erfährt ... davon, kann sie den Schein sofort wieder einziehen! ... “

MPU-Kurse werden von vielen bekannten und unbekannten Organisationen angeboten. Ihr Vorteil sind die relativ geringen Kosten. Der Nachteil solcher Kurse besteht darin, dass die „Hintergrundproblematik“ (so heißt das im MPU-Deutsch) Ihrer Verkehrsauffälligkeit nicht aufgearbeitet wird.

Sucht- und Selbsthilfevereine gibt es sehr viele, die auch alkoholauffällige Kraftfahrer aufnehmen und spezielle Angebote für Kraftfahrer haben. In der Regel wird in diesen Organisationen mit viel Enthusiasmus und Engagement gearbeitet. Ein Problem besteht allerdings darin, dass in diesen Vereinen der Alkoholkonsum als Sucht verstanden wird, diese Diagnose aber nur auf den kleineren Teil der alkoholauffälligen Kraftfahrer zutrifft. Und man muss wissen, dass diese Diagnose Auswirkungen auf die Kriterien hat, die bei der MPU angelegt werden.

Vereine von Betroffenen sind eine andere Besonderheit des MPU-Vorbereitungsmarktes. Hier haben sich Kraftfahrer organisiert, die selbst eine MPU machen mussten und nun ihre Erfahrungen weitergeben möchten. Ein Verein, der BAF e.V., informiert Betroffene über seriöse Hilfsangebote in ihrer Nähe. Bei Vereinen, die Vorbereitungskurse anbieten, sollten Sie sehr genau prüfen, welche Qualifikationen die Kursleiter haben und welche Inhalte vermittelt werden.

Fahrschulen soll es - wie ich gehört habe - auch geben, die auf die MPU vorbereiten wollen; und sie sollen sogar zertifiziert sein. Was wollen sie vermitteln, um die MPU zu bestehen - frage ich mich. Sie sollten das auch fragen.

Am Besten ist es, wenn Sie bei Ihrer Führerscheinstelle oder bei einer MPU-Stelle fragen, wer Ihnen qualifiziert helfen kann. Sie müssen aber sehr eindringlich und direkt fragen, da sich diese Stellen aus wettbewerbsrechtlichen Gründen dazu nicht ohne weiteres äußern dürfen.

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